Ansätze zum Lehren und Lernen im DP - Diploma-Programm

Ansätze zum Lehren und Lernen im IB-Diplomprogramm

„Im universitären Bildungssystem ist nicht entscheidend, was gelernt wird, sondern wie gelernt wird. Es geht nicht darum, Fakten oder Interpretationen auswendig zu lernen, sondern darum, die Fähigkeit zu entwickeln, im Angesicht neuer Situationen zu denken und neue Wege des Denkens zu finden, um neue Wahrheiten zu entdecken.“

(Alec Peterson)

Welche Ansätze zum Lehren und Lernen gibt es im IB-Diplomprogramm?

Die Ansätze zum Lehren und Lernen sind untrennbar mit der internationalen Ausrichtung der IB-Programme verbunden, die darauf abzielen, global orientierte Schüler zu entwickeln. Eine Ausbildung mit internationaler Orientierung basiert auf der Entwicklung von Lernumgebungen, die als der längste Kontext für das Lernen weltweit betrachtet werden. (Was ist IB Bildung?, 2013).

1. Ansätze zum Lernen

Die Lernkompetenzen bestehen aus fünf Kategorien:

2. Ansätze für das Lehren

Es gibt sechs pädagogische Grundprinzipien, die allen IB-Programmen zugrunde liegen:

Fachliches Verständnis

Fachliches Verständnis bezieht sich auf Konzepte, die sowohl innerhalb von Fachbereichen als auch fächerübergreifend eine wesentliche Rolle spielen. Diese Konzepte sind bedeutende, weitreichende und organisierende Ideen, die für das Lernen entscheidend sind. Beispiele für solche Konzepte sind: Kausalität, Vorurteile, Verantwortung, Paradigmen, Begründungen, Muster, Annahmen, Beweise, Wahrheit, Bedeutung, Symbole und Ergebnisse.

Das Besondere an diesen Konzepten ist, dass sie zeitlos, abstrakt, universell und in verschiedenen Kontexten anwendbar sind. Das Lernen durch Konzepte macht das Wissen für die Schülerinnen und Schüler individuell bedeutungsvoll und ermöglicht so ein viel tieferes Verständnis des Unterrichtsinhalts.

Verbindungen zwischen neuen Informationen werden über Konzepte hergestellt, wodurch diese mit Bedeutung aufgeladen werden. Auf diese Weise werden die neuen Informationen für das Langzeitgedächtnis verarbeitet und gespeichert. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen konzeptbasierter Lehre und der Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu höherem Denken. Dies fördert den Übergang vom konkreten zum abstrakten Denken und erleichtert es, Wissen auf neue Kontexte zu übertragen.

Fachliches Verständnis durch forschungsorientiertes Arbeiten

Die forschungsorientierte Unterrichtsplanung basiert stets auf inhaltlich relevanten, kompetenzorientierten und konzeptbasierten Fragestellungen. Auf diese Weise wird synergisches Denken der Schülerinnen und Schüler gefördert und Lücken zwischen Inhalt, Kompetenzen und fachlichem Verständnis in einer schülerzentrierten Art und Weise geschlossen.

Formatives und summatives Assessment

Die Bewertung der Schülerleistungen spielt eine wesentliche Rolle sowohl bei der Erleichterung des Lernprozesses als auch bei der Messung der Lernergebnisse.

Das summative Assessment folgt den offiziellen IB-Kriterien, die auf den spezifischen Eigenschaften des betreffenden Fachs basieren und somit standardisiert sind. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Leistungen der IB-Kandidaten weltweit miteinander verglichen werden können. Deshalb sind die IB-Abschlussexamen am Ende der 12. Klasse standardisiert, und die Kandidaten treten weltweit gleichzeitig und ohne Ausnahme zu denselben Prüfungen an. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen finden IB-Prüfungen an Schulen auf der Südhalbkugel im November und an anderen Schulen jedes Jahr im Mai statt. Alle Prüfungen werden am selben Tag durchgeführt. Diese Prüfungen werden von externen Prüfern, die von der IB ausgewählt und geschult werden, bewertet. Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse nicht durch mögliche „unbewusste Vorurteile“ der Prüfer beeinflusst werden, erfolgt eine Anonymisierung der Prüfungen. Die Prüfer erfahren daher weder die Namen der Kandidaten noch den Namen oder Standort der entsprechenden Schule. Das DP betont die kompetenzbasierte Bewertung, die den Schülern hilft, ihre Leistung im Rahmen eines bestimmten Referenzrahmens widerzuspiegeln.

Obwohl formatives und summatives Assessment miteinander verbunden sind, besteht ein klarer Unterschied in ihrer Anwendung im Unterricht. Formatives Assessment sollte eher als didaktisches Instrument zur Optimierung des Lernprozesses betrachtet werden. In diesem Fall geht es vor allem darum, wie Lehrer den Schülerinnen und Schülern Feedback geben, um ihren Lernprozess zu fördern. Daher ist der Aufbau einer soliden Feedback-Kultur von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des gesamten Programms.